Hier bekommt ihr von erfahrenen NASCAR-Piloten ein paar Tipps, wie ihr eure Rundenzeiten optimieren und für bessere Fahrsicherheit sorgen könnt. (Hinweis: Passende Replays sind in Planung.)
Allgemeine Tipps
Nichts ist beim Fahren eines Stock Cars wichtiger, als den zu befahrenden Kurs in- und auswendig zu kennen. Wer vor einem Turn unsicher ist, wie schnell und auf welcher Linie er durchfahren sollte, verliert zwangsläufig Zeit und Stabilität und kann zudem schlechter reagieren als derjenige, der weiß, was auf ihn zukommt. Die so einfach erscheinenden Ovale haben es an sich, dass es viele Stunden braucht, bis man annähernd alle Tücken und die beste Linie kennt. Die vom Programm vorgegebene Ideallinie ist meist nur bedingt brauchbar - hier empfiehlt es sich, im Forum nach einem Replay eines schnellen Piloten zu fragen, das hilft öfter ungemein.
Eine gute Vorbereitung ist also das A und O, und wenn dies gemeinsam geschieht, ist es umso effektiver. "Erfahrung ist die Summe der Misserfolge" - in mancherlei Hinsicht werdet ihr diesen Spruch beherzigen müssen. Andererseits sei aber auch gesagt, dass selbst langsamere Fahrer, die dafür ihr Auto in jeder Situation beherrschen, an den Rennen eine Menge Spaß haben. Daher sei es Neulingen empfohlen, sich an das Limit von unten heranzutasten und nicht auf Anhieb der Allerschnellste sein zu wollen.
Drafting
In etwa 80% eurer Runden werdet ihr im Draft (oder wenigstens in der unmittelbaren Nähe) eines oder mehrerer Gegner absolvieren. Die Grundregel für erfolgreiches Fahren im Pulk lautet, immer eine berechenbare Linie zu fahren, sonst steigt die Crash-Gefahr ungemein. Das schließt unerwartete Manöver nicht aus, fordert aber dazu auf, diese nur zu versuchen, wenn sie realistische und vor allem faire Chance garantieren. Oft vergessen wird auch, dass man durchaus keine Rennen gewinnen muss, um in der Gesamtwertung ganz weit vorne mitzumischen.
Trail Braking
Jetzt wird es konkret: Um auf einigen Kursen das letzte bisschen an Zeit herauszukitzeln, verwenden einige Fahrer das so genannte "Trail Braking". Voraussetzung hierfür ist, dass ihr Split Axis in den Lenkradoptionen (unter Windows) ein- und die Fahrhilfen ABS und Traction Control in der Simulation ausgeschaltet habt, sonst ist dieser Trick nutzlos. Das Prinzip bei Trail Braking lautet, mit dem geschickten Zusammenspiel beider Pedale ein stabileres Fahrzeug zu bekommen, was sich wiederum auf die Laptimes auswirkt.
Grundsätzlich gilt: Man kann bei jedem beliebigen Bremsmanöver das Gaspedal hinzuziehen, um blockierende Räder hinten zu verhindern. Natürlich hängt der Bremsweg primär davon ab, wie geschickt ihr die vorhandene Bremskraft dosiert, aber mit geringfügigem Einsatz des rechten Pedals lässt sich der eine oder andere Dreher in der Anbremszone verhindern. Dieser Effekt ist Setup-abhängig, vor allem vom eingestellten Wert bei "Front Brake Bias". Je weiter hinten die Bremsbalance liegt (kleinerer Wert), desto besser lässt sich das Gas verwenden, desto größer ist aber auch der Anspruch und somit die Gefahr eines Drehers. Vorteil: Hat man diese Technik unter Kontrolle, kann man das Bremspedal stärker durchtreten. Auch Lastwechsel beim Bremsen (verursacht beispielsweise durch Banking im Turn) lassen sich so halbwegs kompensieren. Mit neutralen Setups führt Trail Braking in der Regel zu einem wesentlich stabileren Fahrzeug.
Probieren geht über Studieren: Diese Fahrweise ist gewöhnungsbedürftig, erste Erfolge stellen sich aber recht schnell ein. Nach ein paar Rennen geschieht das Zusammenspiel der Füße automatisch. Der Vorteil: Ihr könnt Turns, in die ihr normalerweise nur durch Lupfen des Gaspedals eingefahren wärt, unter Zuhilfenahme der Bremse (das Gas aber niemals komplett loslassen!) später anbremsen. In etwa lassen sich die Auswirkungen so beschreiben: Mehr Gas steuert (!) das Fahrzeug Richtung Kurvenaußenseite, mehr Bremsen zieht es nach innen. Allerdings dürfen die Räder nicht durchdrehen oder gar blockieren, dann nämlich dreht sich der Effekt um.
Es sei angemerkt, dass man auch ohne Trail Braking Top-Zeiten fahren kann. Wie stark diese Technik eingesetzt werden sollte, ist eine subjektive Frage und hängt von den persönlichen Qualitäten ab.
Abfangtrick
Sich anbahnende Dreher kann man mit einem recht simplen Trick verhindern: Man steigt gleichzeitig auf Gas und Bremse, so dass sich der Wagen wieder stabilisiert. Die Dosierung beider Pedale ist so zu wählen, dass die Reifen nicht blockieren oder durchdrehen. Je weiter der Dreher bereits fortgeschritten ist, desto stärker muss man in die Pedale treten. In der Regel richtet sich das Fahrzeug dann automatisch wieder in Fahrtrichtung aus. Das Gegenlenken dabei nicht vergessen, allerdings lieber etwas dezenter, um ein Aufschaukeln des Fahrzeugs zu verhindern. Einziger Nachteil: Man kann recht viel Geschwindigkeit verlieren, daher gilt immer noch der Grundsatz, es erst gar nicht zu größeren Querstehern kommen zu lassen. Ergo: Das Lenkrad so ruhig wie möglich halten und bewegen.
Auch diese Technik hängt vom gewählten Setup ab, lässt sich jedoch bei den meisten gängigen, neutralen Setups anwenden.
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